Semesterbericht FSS 2017

Und wieder ist ein Semester ins Land gegangen, und wieder möchten wir euch hier präsentieren, was wir dieses Semester so alles gemacht haben.

Konkret ging es dabei dieses Mal um drei große Blöcke: Antirassismus, Menschenrechte in Palästina und Pressefreiheit.

#noRacismLos ging es am 9. März mit einer großen Fotoaktion zum Thema Antirassismus in der Mensa, deren Ergebnisse glaube ich für sich sprechen. Es wurden tolle Fotos gemacht, die auf ein neues den Ernst dieses Anliegens in den Vordergrund stellen. Wir haben auch vor, diese Fotos im nächsten Semester noch einmal weiter zu benutzen, hoffentlich werdet ihr sie noch wo anders sehen, als nur auf dieser Webseite.

Im März haben wir uns außerdem intensiv mit dem Thema USA beschäftigt. Zunächst hatten wir am 16. März einen Petitionsstand in der Mensa. Dort haben wir unsere Kommiliton*innen darum gebeten, die Amnesty-Petition zur Schließung Guantánamos zu unterstützen. Nachdem Barack Obama die Schließung dieses Symbols für Unrecht und Folter auch in seiner zweiten Amtszeit nicht durchsetzen konnte, ist es nun die Aufgabe Donald Trumps, das US-Gefangenenlager auf Kuba zu schließen.

Direkt in der darauf folgenden Woche, am 22. Mai, gab es den ersten Filmabend im Café Vogelfrei für dieses Semester, wo wir den Film „Rendition“ (deutsche Version: „Machtlos“) gezeigt haben. Dieser Spielfilm mit Jake Gyllenhall und Reese Witherspoon greift die Problematik sogenannter extraordinary renditions auf. Hierbei handelt es sich um eine Praxis der USA, bei welcher Menschen, die des Terrors verdächtigt werden, in US-Gefängnisse außerhalb der USA verschleppt und dort gefoltert werden.

Plakate_Türkei

Protestaktion für die Freilassung von inhaftierten türkischen Medienschaffenden in Berlin

Der nächste große Aktionstag war der 3. Mai, der Welttag der Pressefreiheit, für den wir uns dieses Semester einen klaren und ziemlich notwendigen Fokus gesetzt hatten: Die Türkei. Seit dem Putschversuch von vor einem Jahr ist die Lage dort für kritische Medienschaffende immer schwieriger geworden. Mit dem Referendum erreichte das einen bisher vorläufigen Höhepunkt und das alles führte nicht nur zu sehr großen und interessanten internen Diskussionen, sondern war auch etwas, das wir unbedingt nach draußen tragen wollten. Und deswegen standen wir an eben diesem Tag in der Mensa und haben Postkarten an den türkischen Justizminister unterschreiben lassen und sie ein paar Wochen später ordnungsgemäß frankiert und abgeschickt. Noch hat sich allerdings leider noch nicht so viel getan in diese Richtung.
Eigentlich eher im Gegenteil, denn die türkische Regierung hat sich nun Menschenrechtler als Ziel gesetzt, weswegen derzeit zum Beispiel leider die Direktorin und der Vorsitzende der türkischen Sektion von Amnesty International in Haft sind. Wir bitten euch an dieser Stelle, einmal kurz mit dem Lesen inne zu halten, und diese Onlinepetition zu unterstützen.

Am Abend des 3. Mai gab es davon unabhängig den Film „Weiterleben“ im Café Vogelfrei WEITERLEBEN_filmplakatzu sehen, der sich Menschenrechtler zum Motiv gemacht hat, die in ihren jeweiligen Heimatländern für Freiheit und Demokratie gekämpft haben, inhaftiert wurden, gefoltert wurden, und nun in der Schweiz ein neues Leben aufgebaut haben. Ein sehr eindrucksvoller Film über Menschen, die etwas bewegen wollten, aber schlicht und ergreifend hinter Gittern ruhig gestellt wurden. Und ein absoluter Motivator, sich dafür einzusetzen, dass grundlos Inhaftierte möglichst schnell wieder auf freien Fuß kommen – eines der Kernanliegen von Amnesty International seit unserer Gründung. So ganz unabhängig zur Situation in der Türkei war der Film also doch nicht.

NSUPlakat

Am 8. Mai haben wir uns zusammen mit der Initiative für Sicherheitspolitik noch einmal intensiv mit dem Thema institutioneller Rassismus beschäftigt. Und zwar haben wir zusammen Tom Sundermann von ZEIT online eingeladen, der unter dem Titel „Der NSU-Kollaps der Sicherheitsbehörden?“ den NSU Prozess genauer beleuchtete – und dafür gibt es keinen besseren als den Journalisten, der seit Beginn dabei ist und immer noch darüber berichtet.

In diesem Sinne schöne Ferien, wir starten am 5. September in EW161 hochmotiviert ins neue Semester und freuen uns auf neue und alte Gesichter!

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